Wohnen und Leben in der Innenstadt – auch in Bochum ?!

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Das von BOLOG aufgerufene Thema „Wohnen und Leben in der Bochumer Innenstadt“ zog am 30.11.2017 rund 50 Personen in die Rottstraße 5 Kunsthallen. Zum Einstieg gab der städtische Stadtplaner Burkhard Huhn ausgehend von der „Vision Innenstadt 2030“ einen Überblick über die derzeitigen Planungsüberlegungen und stellte einige konkrete Wohnungsbau-Projekte in der Innenstadt vor. Neben verschiedenen Wohnungsbauvorhaben unterschiedlicher Investoren und Entwickler am Rande der Innenstadt berichtete er auch von der geplanten Neuordnung rund um den Appolonia-Pfaus-Park: Hier soll das Gebäude von Volkshochschule und Stadtbibliothek abgerissen und durch Wohngebäude ersetzt werden. Die beiden publikumsstarken Nutzungen sollen näher an die eigentliche Innenstadt rücken und im dann umgebauten Postgebäude gegenüber des Rathauses einen neuen Standort finden. Möglicherweise von Abrissplänen betroffen ist auch das Gebäude der Musikschule; hier sind die Überlegungen jedoch noch ganz am Anfang.

Einen Einblick in die wohnungswirtschaftliche Herangehensweise gab Catrin Coners von der Vonovia. Sie stellte Wohnungsbau-Projekte im Quartierkontext vor, die von Neubauvorhaben bis hin zu Dachgeschossausbauten reichen, und darüber hinaus auch den Raum „dazwischen“ in den Blick nehmen. Insbesondere wurde das Projekt im Eltingviertel in Essen dargestellt; dort wurden rund 1.400 Wohnungen energetisch saniert und diverse Umfeldmaßnahmen mit Beteiligung der Bewohnerschaft durchgeführt. Aber auch der Umgang mit zum Teil denkmalgeschützten Beständen in Bochum, wie etwa dem Siedlungsbestand Stahlhausen und der Siedlung zwischen Alleestraße und Wattenscheider Straße, wurden vorgestellt.

Als dritter Redner stellte der Projektentwickler Henry Beierlorzer den alternativen Ansatz der Quartiersentwicklung der Montag Stiftung Urbane Räume mithilfe einer gemeinwohlorientierten Immobilienentwicklung vor. Die Stiftung hat in Krefeld das Pilotprojekt „Urbane Nachbarschaft Samtweberei“ umgesetzt. Er berichtete von innovativen Ideen wie dem so genannten „Pionierhaus“, in dem Gründer günstig Bürofläche mieten können und für jeden gemieteten Quadratmeter pro Jahr eine Stunde gemeinnützige Arbeit für das Stadtviertel leisten. Mit allen Mieteinheiten kommen so im Jahr rund 3.000 Stunden für das Gemeinwesen im Viertel zusammen. In der ehemaligen Eisenhütte an der Stühmeyerstraße in Bochum möchte die Stiftung ein ähnliches Projekt realisieren und bereits in 2018 können erste Mieter einziehen.

Nach den Inputs der eingeladenen Diskutanten entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der zwei Aspekte in den Mittelpunkt rückten: zum einen wurde deutlich, dass es ein großes Interesse am Erhalt und der Weiterentwicklung historisch bedeutsamer Bauten wie etwa der Musikschule gibt und zum anderen wurde immer wieder die Frage nach den Konsequenzen von Sanierungen für das Mietpreisniveau und der „richtigen Mischung“ unterschiedlicher Wohnangebote aufgeworfen, die ein Wohnen für Alle in der Innenstadt ermöglichen soll. Hier wurden Konzepte gefordert, die jenseits von Höchstgeboten gute Ideen fördern und unterstützen. Nach Aussage von Burkard Huhn haben die Diskussionen um die Weiterentwicklung der Innenstadt als qualitätsvoller Wohnstandort gerade erst begonnen und gute Ideen können jederzeit eingebracht werden. Das Projekt der Montag Stiftung an der Stühmeyerstraße ist hierfür ein positiver Impuls und hieran lässt sich anknüpfen.

Die Diskussionen um die Innenstadtentwicklung fasste die WAZ so zusammen:

https://www.waz.de/staedte/bochum/alte-bochumer-bausubstanz-koennte-eine-zukunft-haben-id212723663.html

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